Unihockey Fricktal
, Welte Remo

Das Herren 1 steigt in die 2. Liga GF ab

Mit zwei Schüssen ins leere Tor besiegelt Unihockey Appenzell den Abstieg der 1. Mannschaft von Unihockey Fricktal. Die Fricktaler verlieren das Spiel 4 mit 3:8 und die Serie mit 1:3. Nun gilt es, in der zweiten Liga neuen Schwung zu holen.

Nüchtern betrachtet kommt der Abstieg der Fricktaler nicht sonderlich überraschend. Die sechs Jahre in der 1. Liga GF konnte man mit der stets steigenden Qualität in der Liga nur schwer Tritt halten. Die Mannschaft war gezeichnet von mehreren Saisons, in denen man den Kopf zwar über Wasser halten, das Ufer der Playoffs aber nie erreichen konnte. Deshalb darf und muss diesem Abstieg durchaus Positives entnommen werden.

Spiel widerspiegelt Saison

Vorab noch etwas zum vierten Spiel in der Halle Matte in Magden: Vor einer tollen Kulisse sah man eindrücklich, wieso dieser Mannschaft ein Abstieg guttun könnte. Sie war wie eigentlich immer in dieser Serie keineswegs die schlechtere, harmlosere Mannschaft – aber sicherlich nicht die cleverere und glücklichere. Trotz mehr Spielanteilen gelang es den Fricktalern nicht, dies in Zählbares umzuwandeln. Viele Angriffe endeten in einem Appenzeller Block, zentral auf dem Appenzeller Schlussmann oder mit einem Fehlpass. Die Bemühungen waren zu wenig konsequent, es war keine Überzeugung zu sehen, in der Offensive und auch in der Defensivarbeit.

Die vielen Niederlagen der vergangenen Saisons haben am Selbstvertrauen und der spielerischen Selbstverständlichkeit der Fricktaler gezehrt. Am anderen Ende dieser Skala standen die Appenzeller – aus zwei Abschlüssen im ersten Drittel aufs Fricktaler Tor resultierten zwei Tore. Die Fricktaler bäumten sich nochmals auf, Eigenfehler machten ihnen aber einmal mehr einen Strich durch diese Rechnung.

Neue Realität: 2. Liga

Damit geht eine Saison, die bereits verhext begann, mit dem schlechtmöglichsten Ausgang zu Ende. Captain Adrian Itin fiel bereits ab dem zweiten Spiel mit einem Kreuzbandriss aus. Diverse weitere kleinere und grössere Verletzungen gesellten sich dazu. Mit Topskorer Andreas Koch (Schlüsselbeinbruch) fehlte in der entscheidenden Phase der Saison ein weiterer Spieler, durch den die knappen Spiele durchaus auf Fricktaler Seite hätten kippen können. Doch das hätte wohl nur eine weitere Saison mit viel Aufwand und mässigem Ertrag bedeutet.

Hätte, hätte, Fahrradkette: Die Realität ist 2. Liga GF, (wohl) Gruppe 2. Als Absteiger aus der 1. Liga gilt man normalerweise automatisch als Team, das sich in einer 2.-Liga-Gruppe vorne einordnen wird. Das darf und soll auch der Anspruch der Fricktaler sein. In einem ersten Schritt gilt es nun aber zu erörtern, wie das Team nächste Saison aussehen wird. Es wird Abgänge geben: Der langjährige Captain, Vorzeigespieler und neu auch engagierter, zweifacher Familienvater Joel Hänny wird auf nächste Saison kürzertreten. Trotz des Abstiegs zum Abschluss – dem zwei Aufstiege von der 3. in die 1. Liga gegenüberstehen – war seine Verabschiedung nach dem Spiel nicht weniger emotional und schön. Ihn wird das Team sicherlich vermissen.

Mit Siegen zur Selbstverständlichkeit?

Inwiefern sich das Team ansonsten verändern wird, gilt es zu klären. Das Geschehene soll aber erstmal verdaut werden. Klar ist: Bleibt der Grossteil zusammen, ist mit den Fricktalern zu rechnen. So ein Abstieg kann durchaus auch erlösend wirken. Der jungen Truppe würden ein paar Erfolgserlebnisse frisches Selbstvertrauen einhauchen. Dadurch könnte auch wieder eine gewisse Selbstverständlichkeit des Gewinnens im Team Einhalt finden, welche in den letzten Jahren definitiv verloren ging.

Denn wer die Aufstiegssaison 2015/16 noch in Erinnerung hat: Damals reihten die Fricktaler als frischer Aufsteiger Sieg an Sieg, was am Ende der Saison im Aufstieg in die 1. Liga GF gipfelte. Jedoch ist auch klar: Speziell die Gruppe 2 in der 2. Liga ist gespickt mit Teams, welche genau so gerne Spiele gewinnen wollen und auch können.

Die erste Mannschaft hofft, auch in der 2. Liga auf zahlreiche Unterstützung in den eigenen Hallen zählen zu dürfen und bedankt sich an dieser Stelle für den Support in der vergangenen und allen vorhergehenden Saisons! Merci!