Drei glückliche Punkte zum Jahresabschluss
U21C: UHC Visper Lions vs Unihockey Fricktal 6:9 (1:3, 3:1, 2:5)
Da ist man noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen! Um nach der erfolgreichen Hinrunde auch eine tolle Rückrunde zu lancieren, reiste die U21-Mannschaft von Unihockey Fricktal zum Jahresabschluss ins Wallis nach Visp. Vorgenommen hatte man sich viel, denn den Gegner hatte das junge fricktaler Team nicht wirklich in guter Erinnerung. Beim ersten Kräftemessen der beiden Teams zum Saisonauftakt drehten die Walliser eine umkämpfte Partie im letzten Drittel noch zu ihren Gunsten. Danach trennten sich die Wege der beiden Mannschaften jedoch – während die Fricktaler später Sieg an Sieg reihten, kamen die Visper kaum noch vom Fleck und blieben bis dato auf ihren drei Punkten sitzen.
Nun denn, die aktuelle Tabellensituation hat selbstverständlich noch nie ein Spiel entschieden, und es zeigte sich auch im zweiten Duell schnell, weshalb die Hinrunden-Partie im September verloren ging; mit der schnellen und intensiven Spielweise der Visper kamen die Fricktaler erneut kaum zurecht. Ständig war man sowohl mit als auch ohne Ball den berühmten Schritt zu spät, vorne war man erschreckend harmlos und insbesondere im Spielaufbau verteilten die Fricktaler fleissig Geschenke; mal für mal liess man sich vom gegnerischen Forechecking aus der Ruhe bringen und spielte den Vispern den Ball quasi gratis in die Stockschaufeln. Kurzum, die Fricktaler waren im ersten Drittel spielerisch unterlegen. Warum man dennoch mit einem 3:1 in die erste Pause ging, konnte sich zu jenem Zeitpunkt wohl niemand so richtig erklären. Hilfreich waren sicherlich die Defizite der Walliser im Torabschluss und – salopp gesagt – vielleicht auch ein Portion unverschämtes Glück.
Mahnende Worte seitens der Trainer brauchte es in der Pause jedenfalls keine. Jeder wusste, dass das zuvor Gebotene nicht das Gelbe vom Ei war und dass es eine gewaltige Leistungssteigerung brauchen würde, um auch am Ende des Spiels die Nase vorne zu haben. Nun, verglichen mit dem ersten Spielabschnitt war der zweite sicherlich etwas besser. Insbesondere mit gefährlichen Kontern gegen die vielleicht etwas zu offensiv eingestellten Gastgeber konnten die Fricktaler das Spielgeschehen ausgeglichen gestalten, doch jetzt verwerteten die Walliser ihre Chancen. Die Spielanteile waren während den zweiten zwanzig Minuten zwar besser verteilt, doch die Intensität und die Willensleistung, die die Visper an den Tag legten, liessen aus aargauer Sicht nichts Gutes ahnen. Es schien fast schon eine Frage der Zeit, bis den Gästen die zuvor „erspielte“ Führung aus den Händen gleiten würde. Mit dem 4:4, mit dem man schliesslich in die Pause ging, konnte man deshalb mehr oder weniger zufrieden sein – nicht mit der Leistung, aber mit dem Resultat. Dieses liess für das Schlussdrittel noch alle Möglichkeiten offen.
Glücklicherweise konnte man das Spiel nach der zweiten Pause und dem Appell, dass man es doch wirklich besser könne, schnell wieder in positive Bahnen lenken. Eine gute Minute nach Wiederanpfiff durften die Fricktaler das 6:5 bejubeln und den erneuten Ausgleich der Gastgeber beantwortete man mit einem Doppelschlag binnen einer Minute. Grandios war die Darbietung zwar noch immer nicht, doch wenigstens agierte man nun etwas abgeklärter und ruhiger. Mit der Umstellung auf zwei Angriffslinien kam man endlich in einen besseren Rhythmus und zumindest die Zauderei im Spielaufbau fand so ein Ende. Die Visper kämpften und rannten zwar weiter, doch in jener Phase des Spiels zeigten sich wohl die Unterschiede der beiden Mannschaften – während die Fricktaler fleissig für Gefahr sorgten und sogar noch zwei weitere Treffer realisierten, scheiterten die Walliser mal für mal an sich selbst. Das Runde wollte nicht ins Eckige.
Der 9:6-Auswärtssieg, mit dem die Partie schliesslich zu Ende ging, stellte im Fricktal wohl weder Spieler noch Trainer zufrieden. In gewissem Sinne positiv betrachten darf man die Tatsache, dass man die bis anhin wohl schwächste Saisonleistung dennoch in einen Sieg ummünzen konnte. Zum Nachdenken anregen sollte die gezeigte Leistung die Fricktaler dennoch. Die Mühsal und die Strapazen, die man während dem Spiel im Oberwallis durchleben musste, kamen – realistisch gesehen – eher nicht überraschend. Eine ungenügende Trainingsleistung während den letzten Wochen kombiniert mit einer schwachen Tagesform und einer anstrengenden Anreise genügt wohl, um auch gegen das Tabellenschlusslicht – auch wenn der Gegner sicherlich nicht wie eines aufgetreten ist – nur mit viel Glück bestehen zu können. Will man sich nach oben orientieren und Basel Regio bis zum Direktduell Ende Januar auf den Fersen bleiben, dann muss man sich schon überlegen, ob man nicht etwas mehr Aufwand betreiben müsste. Ansonsten bleiben die Fricktaler sicher und auf jeden Fall ein äusserst solides U21C-Team – aber das hatte man ja schon…
Nun denn, am 10. Januar 2016 kann die fricktaler U21-Mannschaft in Magden zeigen, dass sie es besser kann. Dann empfängt man die Racoons aus Herzogenbuchsee. Bis dahin wünscht Unihockey Fricktal allen frohe Festtage und ein gutes neues Jahr.